Yoshi's World

Yoshi's World

Am 13. September 2006 erblickte ich das Licht der Welt. Ich weiss nicht mehr viel vom Ort, an welchen ich geboren wurde. Ich erinnere mich noch an das weiche Fell und den Geruch von Mama. Ich liebte es, mich eng an sie zu kuscheln. Am liebsten wäre ich noch ganz lange bei ihr geblieben; ich hätte sie doch so sehr gebraucht. Aber fremde Menschen haben mich und meine Geschwister einfach von meiner Mama weggenommen und in eine Kiste gepackt. Wir wussten nicht was passiert. Eng und ungemütlich war es in dieser Box und ständig rüttelte und schüttelte es, so dass wir uns kaum festhalten konnten. Wo waren wir? In einem Flugzeug oder in einem Auto? Ich hatte furchtbare Angst.

Nach einer fast unendlichen Reise wurden wir in eine Wohnung gebracht und durften endlich aus der Kiste raus. Man setzte uns in ein Zimmer mit einem Welpen-Gitter. Wir bekamen Wasser und etwas zum Essen. Übermüdet von der langen Reise fielen wir in einen Tiefschlaf. Irgendwann erwachten wir und fragten uns wo wir nun sind. Ich versuchte über die Gitterstäbchen zu klettern. Aber ich war leider zu klein. So blieb uns nichts anderes übrig als in diesem dunklen Keller-Raum zu warten. Langweilig war es hier.

Plötzlich ging die Türe auf und ein paar Menschen stürzten sich auf uns. Ich versteckte mich in der hintersten Ecke. Aber ein Kind packte mich bereits und hob mich in die Höhe. Ich zitterte und hatte Panik. Von oben bis unten wurde ich begutachtet, dann wieder auf den Boden gestellt. Dafür interessierten sich die Menschen für eines meiner Geschwister. So verging Tag für Tag. Ab und zu wurde eines meiner Geschwister mitgenommen. Ich war dann ganz traurig. Meistens konnte ich mich nicht einmal verabschieden. 
 
Am 2. Dezember 2006 kam nun auch ich in eine neue Familie. Ich habe sie mir natürlich selber ausgesucht… Schon vom ersten Augenblick hatte ich die Herzen von meinem Frauchen und Herrchen erobert. Das war aber so gar nicht selbstverständlich. Denn ich war in einem total schlechtem Zustand. Verängstigt, abgemagert und war nicht so in der Gruppe involviert. Ich war eher ein Einzelgänger ohne Freunde. Aber mein Frauchen hat mich gesehen und für sie war es Liebe auf den ersten Blick und sie wusste, dass sie mir unbedingt helfen wollte.
 
In meinem neuen Zuhause war alles bereits für meinen Einzug vorbereitet. Ein eigenes, flauschiges Körbchen, Tücher, Spielsachen und vieles mehr. Mich interessierte eigentlich alles andere in der Wohnung viel mehr. Vor allem eine Stelle neben der Türe fand ich zum Anbeissen spannend. Mein Frauchen fand dies zwar nicht so ideal, aber dafür hat es mir umso mehr Spass gemacht, immer mal wieder einige Stücke der Tapete abzubeissen.
 
     
 
Es gefiel mir bei meiner neuen Familie sehr. Mein Frauchen war die ganze Zeit bei mir, kümmerte sich liebevoll um mich und hat mir auch vieles beigebracht. Nach kurzer Zeit war ich Stubenrein und konnte sogar schon „Sitz“, „Platz“, „Pfötchen geben“ und „Kussi geben“. Es machte mir Spass, die Dinge zu lernen und forderte mich grundsätzlich auch nicht wirklich. Ich bin ein kleiner Einstein, clever Yoshi eben. :-) Meiner Mama war meine Intelligenz sofort aufgefallen und damit habe ich noch mehr ihr Herz erobert. Einzige Ausnahme war das „Nein“. Ich wusste zwar, was es bedeutet, setzte dies aber nur um, wenn es nicht anders ging. Bald darauf durfte ich in die Welpenschule. Das war ein Erlebnis. Zum ersten Mal habe ich einen grösseren Hund angetroffen. Anfangs hatte ich furchtbare Angst und versteckte mich hinter meinem Frauchen. Aber nachdem ich bemerkt habe, dass ich bereits viel mehr kann als der grössere Hund, hat es mir angefangen Spass zu machen.
  
Prinzipiell hätte es mir sehr gut gehen sollen. Meine Familie liebte mich von ganzem Herzen, es fehlte mir an nichts und alle kümmerten sich ganz lieb um mich. Auch wurde ich zum Glück nicht als Handtaschenhund gehalten sondern durfte mich wie ein normal grosser Hund verhalten.
     

Trotzdem musste ich in meinem ersten Jahr schwere Zeiten durchstehen. Ich litt an schrecklichen Angstzuständen. Daher hatte ich vor Allem Angst und lag nur lethargisch in meinem Körbli. Die meiste Zeit aber verbrachte ich im hintersten Ecken unter dem Sofa oder hinter dem Vorhang. Mit Frauchen konnte ich zwar ab und zu was lernen. Das machte Spass und war das Einzige was mich meine Angst vergessen liess. Aber ausser meinem Herrchen durfte mich niemand mehr anfassen. Gegessen habe ich nur sehr wenig und nur nachts, wenn Frauchen im Bett lag und es dunkel war. Ansonsten getraute ich mich nicht hervor. Mein Frauchen ist sich sicher, dass ich früher noch misshandelt und geschlagen wurde (mein Rücken und Nacken ist auch total kaputt :-( ) und/oder bei der selbsternannten "Züchterin" was nicht mit rechten Dingen zu und her ging. Innerhalb von kurzer Zeit habe ich am Rücken noch fast alle meine Haare verloren. Man hat sogar meine Haut gesehen. Auch mein Schwanz war ganz kahl. Zum Glück wuchs dies – nach Monaten – wieder nach. Dafür wurde dann beim Arzt festgestellt, dass ich an einer Entwicklungsstörung litt und daher einen Wasserkopf und Gleichgewichtsstörungen (neurologische Ausfälle) habe. Mein Kopf zitterte regelmässig komplett unkontrolliert und ich hatte grosse Gleichgewichtsprobleme. Für meine Familie ging eine Welt unter! Zudem informierte die Ärztin, dass ich einen schiefen und zu engen Kiefer habe und meine Zähne krumm wachsen. Diverse Zähne mussten operativ gezogen werden. Da zudem noch festgestellt wurde, dass meine Hoden irgendwo im Bauchraum steckten, musste ich in einer sehr komplizierten Operation kastriert werden. Gleichzeitig wurde auch mein Nabelbruch noch behoben. Mein Frauchen hatte grosse Angst, denn da ich auch noch Kleinwüchsig bin und einem Wasserkopf habe ist ein solcher Eingriff immer ein noch viel grösseres Risiko. Zum Glück habe ich aber einen super kompetenten und sympathischen Tierarzt, Dr. A. Gerold (www.myvets.ch), der alle Eingriffe ohne Komplikationen durchführen konnte. Dies ist nicht selbstverständlich denn mit ein jährig hatte ein Tierarzt zu meiner Mama gesagt, dass man mich einschläfern muss weil es sich nicht lohnt und es keinen Wert hat. So was sagt man meiner Mama zum Glück nur einmal und nie wieder. Sie hat mich damals zum Glück einfach eingepackt und ist gegangen und wusste es besser und hat ganz viel für mich getan. Als wäre es nicht schon genug, musste ich dann auch noch meine beiden hinteren Knie operieren lassen. Eine schmerzhafte Kniescheibenluxation macht mir das Laufen und Springen fast unmöglich.

Unmöglich finde ich auch, dass sich meine Züchterin für meine vielen Beschwerden überhaupt nicht interessiert. Zum Glück habe ich eine Familie gefunden, welche immer an mich glaubte, mich nie aufgegeben hat und alles erdenklich mögliche gemacht hat, dass ich mich von meinen vielen Beschwerden bis heute sehr gut erholt habe und vor allem auch, dass ich meine Angst überwunden habe und Vertrauen aufbauen konnte. Zwischenzeitlich ist mein Frauchen – nebst meinem Herrchen – meine liebste Bezugsperson und ich laufe ihr auf Schritt und Tritt nach und fühle mich bei ihr einfach rundum wohl. Meine Mama ist meine grosse Liebe und für Mama bin ich die Liebe des Lebens.

Ich helfe ihr auch gerne im Haushalt, indem ich mich zum Beispiel auf die frisch gebügelte Wäsche lege oder indem ich ihr die Einkaufstasche ausräume. Mein Herrchen ist dafür mein bester Knochenhalter. Immer wenn er zu Hause ist und fern sehen möchte, bringe ich ihm meinen Kau-Schuh, den er mir dann stundenlang hält, damit ich gut daran kauen kann. Spielen ist auch wichtig. Das muss täglich sein. Ich liebe meine weisse Ikea-Maus und meinen Apportierbeutel über alles. Wenn niemand mein Betteln erwidert, mache ich mich entsprechend bemerkbar. Ansonsten bin ich zwar ein frecher aber doch sehr gut erzogener Chihuahua. Einzige Ausnahme: Mein Frauchen und Herrchen haben mich 1.5 Jahre nicht in ihrem Bett schlafen lassen, aber ich konnte dies zwischenzeitlich natürlich klären. :-)

Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre neue Tricks lernen, spielen, Unfug treiben, kuscheln, Gassi gehen und noch diverse andere Dinge unternehmen kann. Für meine Familie bin und bleibe ich trotz meiner kleinen Statur der grösste, intelligenteste, liebste, schönste und beste Hund! Wahre Grösse kommt von Innen! :-)

 

 


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